Nach einer Ablehnung
PKV-Antrag abgelehnt: was Sie jetzt tun können
Kurz gesagt
Eine Ablehnung gilt nur für die Gesellschaft, die sie ausgesprochen hat. Andere Versicherer bewerten dieselbe Vorgeschichte oft anders. Stellen Sie aber nicht einfach den nächsten Antrag, denn viele Anträge fragen nach früheren Ablehnungen. Der bessere Weg ist eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Gesellschaften.
Gründe
Warum Versicherer Anträge ablehnen
- Vorerkrankungen, die der Versicherer nach seinen Richtlinien nicht versichert
- Laufende Behandlungen oder noch offene Untersuchungen
- Mehrere Diagnosen, die zusammen ein hohes Risiko ergeben
- Deutliches Übergewicht
- Rückfragen des Versicherers, die nicht oder nicht rechtzeitig beantwortet wurden
Manchmal lehnt der Versicherer nicht endgültig ab, sondern stellt den Antrag zurück, bis eine Behandlung abgeschlossen ist. Wie unterschiedlich die Gesellschaften häufige Vorerkrankungen bewerten, zeigt die Übersicht zum Risikozuschlag in der PKV.
Ihr Vorgehen
Was Sie jetzt tun sollten
- 1
Schreiben aufbewahren und Grund klären
Heben Sie das Ablehnungsschreiben auf. Lag es an fehlenden Unterlagen oder an einer Behandlung, die noch läuft, kann die Lage später ganz anders aussehen.
- 2
Nicht sofort den nächsten Antrag stellen
Viele Versicherer fragen im Antrag, ob schon einmal ein Antrag abgelehnt, zurückgestellt oder nur erschwert angenommen wurde. Jede weitere Ablehnung macht die Suche schwerer.
- 3
Anonym bei mehreren Gesellschaften anfragen
Bei einer anonymen Risikovoranfrage gehen nur Geburtsdatum, Beruf und Gesundheitsangaben an mehrere passende Gesellschaften, ohne Namen und Adresse. So sehen Sie, wer zu welchen Bedingungen annimmt, bevor Sie einen neuen Antrag stellen.
- 4
Frühere Ablehnung wahrheitsgemäß angeben
Fragt ein neuer Antrag nach früheren Ablehnungen, beantworten Sie das vollständig. Unrichtige Angaben können nach § 19 VVG zu Rücktritt, Kündigung oder einer Vertragsanpassung führen.
Welche Zeiträume die Gesundheitsfragen abdecken, erklärt der Ratgeber PKV-Gesundheitsfragen: Fragen, Zeiträume und korrekte Angaben. Liegt eine Behandlung außerhalb dieser Zeiträume oder ist sie abgeschlossen, kann das Ergebnis später anders ausfallen.
Alternativen
Wenn es mit der PKV nicht klappt
Für Beamte
Über die Öffnungsaktion der PKV werden Beamte und Beamtenanwärter, die innerhalb von sechs Monaten nach ihrer ersten Verbeamtung einen Antrag stellen, bei den teilnehmenden Versicherern nicht wegen Vorerkrankungen abgelehnt. Der Risikozuschlag ist auf höchstens 30 Prozent begrenzt, Leistungsausschlüsse gibt es nicht.
Für alle anderen bleibt die gesetzliche Krankenversicherung. Der Basistarif der PKV muss bestimmte Personengruppen ohne Risikozuschlag aufnehmen, bietet aber Leistungen auf GKV-Niveau zu einem Beitrag bis zum GKV-Höchstbeitrag. Für wechselwillige Angestellte ist er nach meiner Erfahrung deshalb selten eine sinnvolle Alternative.
Nächster Schritt
Abgelehnt? Dann anonym weitersuchen
Buchen Sie ein kurzes Erstgespräch. Wir klären Ihre Ausgangslage und ob eine anonyme Risikovoranfrage bei anderen Gesellschaften für Sie sinnvoll ist. Die Beratung ist kostenlos.
Beratung per Video oder Telefon, deutschlandweit. In der Region Amberg auf Wunsch auch persönlich.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Antworten zu Ablehnung, Anzeigepflicht und neuem Antrag in der PKV
Wissen
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